Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Kategorie: Schauspieler (Seite 4 von 6)

Das mechanische Theater – Gustaf Gründgens und der Film

Ein Auszug aus dem Buch Gustaf Gründgens. Filmische Arbeiten 1930-1960 von Kristina Höch

Der 1917 seinen Kriegsdienst absolvierende Gustaf Gründgens, geboren am 22.12.1899 als Gustav Arnold Heinrich Gründgens in Düsseldorf-Oberkassel, bekam ein Armeeverordnungsblatt in die Hände, in dem das Fronttheater Erwähnung fand, was ihn dazu animierte, sich dort mit erfundener Bühnenerfahrung zu bewerben. So kam es, dass er am 2.10.1918 zum ersten Mal im Stück Jugendfreunde auf einer Theaterbühne stand. Die Grundsteinlegung für die Schauspielkarriere war erfolgt.

Gustaf Gründgens schaut kalt und herablassend (schwarzweiß-Bild)
Gustaf Gründgens in ‹So endete eine Liebe› (D 1934, Regie: Karl Hartl)
© Beta Film / DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V., Frankfurt / KINEOS Sammlung
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Jodie Foster zum Geburtstag

Schauspielerin, Produzentin, Regisseurin
* 19. November 1962

Die einzigartige Karriere der hochbegabten Alicia Christian Foster begann im Alter von drei Jahren, als sie in Werbespots erschien. Den Kosenamen Jodie bekam sie von ihren drei älteren Geschwistern und er wurde zu ihrem Markennamen. Die alleinerziehende Mutter Evelyn Foster arbeitete für den Produzenten Arthur P. Jacobs und ermöglichte ihren Kindern eine Karriere in diesem Business. Das Management für Jodie und ihren Bruder Lucius Buddy Foster war nach wenigen Jahren die Hauptaufgabe der Mutter. Ab dem sechsten Lebensjahr arbeitete Jodie als TV-Kinderstar für die Disney-Studios und trat in Serien wie Bonanza, The Addams Family, Kung Fu und Love Story auf. Mit Flucht in die Wildnis (1972) debütierte sie auf der Kinoleinwand. Bei den Dreharbeiten wurde sie von dem jungen Löwen verletzt und trug bleibende Narben davon. In Alice lebt hier nicht mehr (1974) arbeitete sie erstmals mit Martin Scorsese, der sich dabei von ihrem Talent überzeugen konnte und sie 1976 in Taxi Driver für die Rolle der minderjährigen Prostituierten besetzte. Die grandiose Darstellung der damals 14-Jährigen wurde mit einer Oscar-Nominierung honoriert.

Jodie Foster und Anthony Hopkins in ‹Das Schweigen der Lämmer›
Jodie Foster (r.) und Anthony Hopkins in Das Schweigen der Lämmer (USA 1990).
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Idris Elba zum Geburtstag

Schauspieler *6.9.1972

«Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm». Mit diesem Satz beginnt Stephen Kings Roman Schwarz von 1982. Es ist der Auftakt einer achtbändigen Reihe, die lange als unverfilmbar galt. Mäßig begeistert waren Fans wie Filmkritik, als Regisseur Nikolaj Arcels den Zyklus um den dunklen Turm 2017 auf einen einzigen Actionfilm zusammendampfte. Mit Ausnahme der Besetzung des Titelhelden. Millionen Leser*innen hatten sich bis dahin diesen Revolvermann vor ihrem inneren Auge als wortkargen Cowboy irgendwo zwischen John Wayne und Henry Fonda, vor allem aber als weißen Mann ausgemalt.

Idris Elba (r.) mit Ruth Wilson in der Serie Luther (GB 2013), © Polyband

Was ein Beleg für die eurozentristische Perspektive der Lesenden und einen Mangel an Diversität in allen Medien ist, spricht für Idris Elbas schauspielerische Qualitäten. Schon in seiner ersten Szene als Revolvermann sprengt er diese Vorstellung und etabliert sich als perfekte Besetzung für diesen zwischen Idealismus und Desillusionierung zerrissenen Antihelden.

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Michelle Yeoh zum Geburtstag

Schauspielerin *6. August 1962

Es ist wohl kaum übertrieben, Michelle Yeoh als absolute Powerfrau zu bezeichnen. Allerdings als Powerfrau, für die nicht alle bereit waren, weswegen die erste Hälfte ihrer Karriere auch die deutlich ergiebigere ist. Die zierliche, zerbrechlich wirkende Yeoh, heute vor allem aus Serien wie Star Trek: Discovery (ab 2017), Strike Back (2015) oder Cameo-Auftritten in Hollywood-Blockbustern wie Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) bekannt, bewies schon früh, dass Frauen genauso tough sind wie Männer. Schon lange bevor in den USA an Frauen in Actionrollen zu denken war, tobte die 1,63 große Mimin grazil über die Leinwand, teilte mit atemberaubender Akrobatik aus und brachte traditionelle Geschlechterrollen ins Wanken.

Michelle Yeoh in Tiger & Dragon (TW/HK/USA/CHN 2000), © Arthaus
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Harrison Ford zum Geburtstag

Schauspieler *13. Juli 1942

Die große Zeit der Hollywood-Superstars ist vorüber. Karrieren wie die von Harrison Ford wird es so schnell nicht wieder geben. Er verkörperte mit dem Abenteurer Indiana Jones eine der ikonischsten Action-Rollen aller Zeiten und mit Han Solo einen der charismatischsten Science-Fiction-Charaktere überhaupt. Obwohl er Ende der 1960er-Jahre in (New) Hollywood für seine Ausnahmekarriere zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, musste er lange auf seinen Durchbruch warten. Er bewarb sich u.a. für die Hauptrolle in Mike Nichols Die Reifeprüfung (1967), die schließlich an Dustin Hoffman ging und dessen Karriere begründete. Für Harrison Ford blieben nur Nebenrollen, etwa in American Graffiti (1973) oder Der Dialog (1974). Immerhin arbeitete er nun mit Regisseuren zusammen, die zu den aufregendsten Geschichtenerzählern der Zeit gehörten, insbesondere George Lucas. Seinen Lebensunterhalt musste er in dieser Zeit oft als Zimmermann und Gelegenheitsarbeiter verdienen.

Harrison Ford (r.) mit Lukas Haas in Der einzige Zeuge (USA 1985), © Paramount Pictures.
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Seth Rogen zum Geburtstag

* 15. April 1982

Seth Rogens Eltern lernen sich in einem israelischen Kibbutz kennen, er wird 1982 in Kanada geboren. Mit 16 Jahren fällt er als Stand Up-Comedian bei einem offenen Casting Judd Apatow auf, der ihn für seine Jugendserie Freaks and Geeks entdeckt. Rogen wächst hier vor laufender Kamera in die Schauspielerei, lernt James Franco und Jason Segel kennen. Danach bleiben die Rollenangebote aus. Rogen will sich aufs Schreiben konzentrieren, wird 2004 Teil des Autorenteams der finalen Staffel von Sasha Baron Cohens Da Ali G Show, wo er seine heutige Frau Lauren Miller kennenlernt.

Seth Rogen und Elizabeth Banks in Zack and Miri Make a Porno (USA 2009)
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Shailene Woodley zum Geburtstag

Geboren am 15. 11. 1991

Wenn man in seinem Spielfilmdebüt unter der Regie von Alexander Payne neben George Clooney auftritt, aber trotz dieser zwei Größen Aufmerksamkeit wie Kritikerlob auf sich zieht und für etliche Awards, etwa bei den Golden Globes, nominiert wird, dann hat man einiges richtig gemacht. So im Falle von Shailene Woodley, die in The Descendants (2011) die ältere Tochter des Protagonisten gibt. Woodleys Alex provoziert den Vater mit Saufeskapaden und ihrem Dumpfbacken-Freund, ist trotz der rebellischen Ader jedoch ein Kumpeltyp.

Die in einen Lehrerhaushalt aufgewachsene Kalifornierin beginnt schon im Alter von vier Jahren zu modeln und nimmt früh Schauspielstunden. Wie diverse andere Nachwuchsstars muss sie erst durchs TV-Boot-Camp, wo ihr größter Erfolg die Rolle der Schülerin Amy Juergens in The Secret Life of the American Teenager (2008–2013) ist, die im Alter von 15 Jahren schwanger wird. Die Serie ist trotz durchwachsener Kritiken beliebt genug, um auf fünf Staffeln zu kommen und Woodley Filmangebote wie jenes für The Descendants zu verschaffen. Es folgt der Sundance-Hit The Spectacular Now (2013), in dem Woodley das Mauerblümchen Amy spielt, das eine Beziehung mit dem smarten Sutter eingeht, dessen souveränes Auftreten allerdings Unsicherheiten und ein veritables Alkoholproblem überdecken soll. Mit diesem Film und Wie ein weißer Vogel im Schneesturm (2014) von Queer-Cinema-Ikone Gregg Araki zementiert Woodley ihr Image als Girl Next Door, das ebenso einfühlsam wie zupackend ist.

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Moritz Bleibtreu zum Geburtstag

13. 8. 1971

Moritz wird 50, Digga. Vom Uhlenbusch bis Hollywood und kein bisschen leise. Okay, wirklich überrascht hat seine Berufswahl Niemanden. Als Spross einer Künstler- und Schauspielerfamilie lagen die schönen Künste nahe, doch ist der Stil, den er in seiner Profession an den Tag legt, einzigartig. «Kiez-Method-Acting», «Kleinbürgerliches Powerspiel», «Hanseatischer Realismus»? Die Nachwelt wird eine Bezeichnung für die Methode Bleibtreu finden müssen.

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Charlotte Gainsbourg zum Geburtstag

Geboren am 21. Juli 1971

Charlotte Gainsbourg wird 1971 direkt ins Rampenlicht hineingeboren: Zwei Jahre zuvor hatten ihre Mutter, die britische Schauspielerin Jane Birkin, und ihr Vater Serge Gainsbourg mit «Je t’aime … moi non plus» ein ebenso erfolgreiches wie skandalöses Chanson veröffentlicht. Auch die Tochter packt die Lust an der Provokation früh. 1984 nimmt sie mit ihrem Vater den Song «Lemon Incest» auf. Im Video rekelt sie sich dazu mit dem halbnackten Serge auf dem Bett, beide besingen melancholisch die Liebe, die sie nie werden lieben dürfen. Mit sichtlicher Freude am Eklat produziert die inzwischen 15-Jährige 1986 mit ihrem Vater ihr erstes Album «Charlotte For Ever» nebst gleichnamigem Film, der erneut ein inzestuöses Verhältnis zwischen Vater und Tochter thematisiert. Die Frage nach einem autobiografischen Bezug verneint sie bis heute vehement.

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Stellan Skarsgård zum Geburtstag

Geboren am 13. Juni 1951

«Dieser Junge wollte kein Schauspieler werden», scherzte Stellan Skarsgård kürzlich beim Anblick seines Filmdebüts als rebellischer 16-Jähriger in der schwedischen «Tom Sawyer»-Variante Bombi Bitt und ich (1968). «Der wollte Diplomat werden.»

Zur politischen Karriere hat es nicht ganz gereicht, und doch wurde Skarsgård schon früh eine Art Botschafter des skandinavischen Films. Mit gerade mal 31 Jahren gewann er für seine Darstellung in Der einfältige Mörder (1982) den Preis als Bester Darsteller auf der Berlinale. Danach durfte er in Schweden alles spielen: Romantische Helden, verzweifelte Bauern und sogar die schwedische James-Bond-Version, den Superagenten Carl Hamilton. Mit Filmen wie Sven Nykvists Der Ochse (1991) oder Erik Skjoldbjærgs Insomnia – Todesschlaf (1997) war er zudem Stammgast in Cannes und bei den Oscars, sodass bald andere internationale Filmemacher und schließlich auch Hollywood auf seine erstaunliche Bandbreite aufmerksam wurden. Wobei Skarsgård mit anderen europäischen Darstellern das Schicksal teilt, alle denkbaren Nationalitäten zu spielen: Einen tschechischen Ingenieur in Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (1988), einen ostdeutschen Geheimagenten in Ronin (1998) oder einen russischen U-Boot-Kapitän in Jagd auf Roter Oktober (1990). Skarsgård wurde zu einem «character actor» in reinster Form – er kann alles spielen, und meist spielt er sehr viel auf einmal. Denn er ist ein Meister der Ambivalenz: Nicht selten kippen seine Figuren von sympathisch zu grauenhaft, von arrogant zu tragisch, von verdächtig zu liebenswert – und manche bleiben rätselhaft bis zuletzt. Kein Wunder, dass er sieben Filme mit Lars von Trier drehte: Manche Regisseure lieben es, den Tonfall und die Sympathie des Publikums langsam kippen zu lassen. Und kaum ein Darsteller kann seinen Charme und seine Wärme so plötzlich ein- und abschalten wie Stellan Skarsgård.

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