Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Monat: September 2022

»O’zapft is!«

Stephanie Großmann zur Entstehungsgeschichte des Bandes Das Münchner Oktoberfest aus literatur-, kultur- und mediensemiotischer Perspektive

Über einen längeren Zeitraum bin ich jedes Jahr im Spätsommer zur Jahrestagung der German Studies Association gereist, der größten Konferenz in den USA, die sich mit den Themen Germanistik, Deutsche Geschichte und auch Deutsch Didaktik in unterschiedlichsten Fassetten beschäftigt. Veranstaltungsort ist stets eine nordamerikanische Großstadt, wie Atlanta, Washington D.C., San Diego und Kansas City. Meine Reise begann am Münchner Flughafen, der mich Ende September immer – und erwartbarer Weise – mit einer Werbekulisse für das Münchner Oktoberfest verabschiedete. Um so erstaunter war ich darüber, dass ich in allen amerikanischen Zielflughäfen ebenfalls von einer Oktoberfestkulisse begrüßt wurde – Brezen, Bier, Dirndl und Lederhosen waren in unterschiedlichen Stilisierungen auf Plakaten oder Wandaufklebern zu sehen. Häufig mischten sich die weiß-blauen Münchner Rauten mit gelb-orange-rot gefärbten Ahornlaubgirlanden, die den Indian Summer ankündigen.

«Ochsenbraterei // 2006» von Barbara Donaubauer
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Idris Elba zum Geburtstag

Schauspieler *6.9.1972

«Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm». Mit diesem Satz beginnt Stephen Kings Roman Schwarz von 1982. Es ist der Auftakt einer achtbändigen Reihe, die lange als unverfilmbar galt. Mäßig begeistert waren Fans wie Filmkritik, als Regisseur Nikolaj Arcels den Zyklus um den dunklen Turm 2017 auf einen einzigen Actionfilm zusammendampfte. Mit Ausnahme der Besetzung des Titelhelden. Millionen Leser*innen hatten sich bis dahin diesen Revolvermann vor ihrem inneren Auge als wortkargen Cowboy irgendwo zwischen John Wayne und Henry Fonda, vor allem aber als weißen Mann ausgemalt.

Idris Elba (r.) mit Ruth Wilson in der Serie Luther (GB 2013), © Polyband

Was ein Beleg für die eurozentristische Perspektive der Lesenden und einen Mangel an Diversität in allen Medien ist, spricht für Idris Elbas schauspielerische Qualitäten. Schon in seiner ersten Szene als Revolvermann sprengt er diese Vorstellung und etabliert sich als perfekte Besetzung für diesen zwischen Idealismus und Desillusionierung zerrissenen Antihelden.

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Eine Welt ist nicht genug

Werner Herzog und seine Grenzen überschreitenden Bilderwelten

Eine Welt ist nicht genug – für Werner Herzog, den herausragenden deutschen Filmkünstler, der den deutschen Nachkriegsfilm seit 1968 mit fast 60 Filmen – u.a. Aguirre der Zorn Gottes und Fitzcarraldo – geprägt hat. Dennoch ist Werner Herzog in Deutschland nicht annähernd so präsent wie etwa Wim Wenders oder Volker Schlöndorff. Im folgenden zitieren wir aus dem Buch von Josef Schnelle aus dem Kapitel der komplizierten Beziehung zu Klaus Kinski.

Die Zärtlichkeit unter Wölfen: Herzog und Kinski bei COBRA VERDE (Bild: StudioCanal)
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