Eigentlich sollte die in London geborene Keira Knightley nach der sowjetischen Eiskunstläuferin Kira Iwanowa benannt werden, die ihr Vater Will Knightley bewunderte. Doch bei der Ausfüllung der Geburtsurkunde unterlief ihrer Mutter, der Bühnenautorin Sharman Macdonald, ein Buchstabendreher. Aus Kiera wurde Keira.
Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent *24. März 1945 †20. September 2016
Als sich Curtis Hanson als Regisseur und Co-Autor an die James-Ellroy-Adaption L.A. Confidential (1997) wagte, galt er schon als solider Thriller-Handwerker, legte mit diesem Film aber sein Meisterstück vor. Er und Co-Autor Brian Helgeland brachten Ellroys mehrere hundert Seiten starkes Biest von einem Crime-Epos auf filmtaugliche 138 Minuten, indem sie sinnig Figuren und Handlungsstränge wegließen, ohne die Grundgeschichte um drei grundverschiedene Cops zu verwässern, von denen jeder auf seine eigene Weise in eine gigantische Verschwörung gerät.
Wenn man im Alter von 30 Jahren schon diverse hochangesehene Filmpreise gewonnen, fast nur Hauptrollen gespielt und mit zahlreichen namhaften Regisseuren zusammengearbeitet hat, dann muss einem das Talent wohl in die Wiege gelegt sein.
Eines lassen ihm selbst seine Kritiker: Man erkennt einen Michael-Bay-Film, wenn man ihn sieht. Stilmittel wie Zeitlupen, 360-Grad-Kamerafahrten, extreme Untersichten und komplexe, mehrschichtige Bildkompositionen sind einige seiner visuellen Trademarks. Was jedem anderen Regisseur zweifelsohne als Stil ausgelegt würde, wird bei Bay auch gern als Selbstplagiat bezeichnet, denn er ist eine Reizfigur des Mainstreamkinos.
Regisseur, Produzent und Drehbuchautor *9. Oktober 1964
Zu Guillermo del Toro gibt es unzählige Anekdoten. Dass er im Prä-Streaming-Zeitalter einen Koffer mit jeder Menge DVDs bei Dreharbeiten dabeihatte, um sich stets durch Film(geschicht)e inspirieren lassen zu können. Dass James Cameron, der seit Beginn von del Toros Karriere zu dessen Freunden zählt, ihn 1997 finanziell unterstützte, als sein Vater gegen Lösegeld entführt wurde. Und dass er mehrere Häuser besitzt, in denen er Filmrequisiten, Literatur, Zeichnungen und alles zum Thema Phantastik sammelt.
Schauspielerin *16. September 1924 †12. August 2014
Ein Debüt, wie man es nur erträumen kann: Lauren Bacalls erster Leinwandauftritt war nicht nur gleich eine Hauptrolle, sie spielte zudem an der Seite einer der damals größten männlichen Stars, Humphrey Bogart, der zur Liebe ihres Lebens werden sollte. Und so sprühen noch heute die Funken, wenn die charismatische, bildschöne Darstellerin in ihrer ersten Szene in Haben und Nichthaben (1944) mit dunkler, rauchiger Stimme in den Raum fragt: „Anybody got a match?“ – und ihr Bogart fasziniert die Streichhölzer zuwirft. Dabei konnte die auf der Leinwand so verführerisch und enorm selbstbewusst wirkende 19-Jährige ihre Aufregung kaum im Griff behalten.
Es gibt nicht viele unauffällige Hollywoodstars – erst recht keine weiblichen. Nicole Kidman versuchte mal eine abgerissene Putzfrau zu spielen und Julia Roberts eine nerdige Jurastudentin. Aber Glamour kann man nicht überschminken. Kidman und Roberts sind geborene Stars, die mit strahlendem Lächeln und aristokratischer Eleganz die Wunschvorstellungen der Zuschauer verkörpern können – aber niemand würde sie mit dem Dienstpersonal verwechseln. Amy Adams dagegen kann ausgezeichnet in einer Menschenmenge untertauchen. Und daher auch Frauen spielen, die nicht herausstechen. Frauen, die einen Job haben, denen Motoröl am Pulli klebt – tatsächlich hat sie mit ihrer besten Freundin Emily Blunt sehr erfolgreich ein Duo von Putzfrauen-Schwestern gespielt.
Schauspieler, Komiker, Regisseur und Drehbuchautor *31. Juli 1914 †27. Januar 1983
Die Welt schien nicht auf den 1,64 Meter großen Spross einer aus Sevilla immigrierten Adelsfamilie gewartet zu haben. Gescheitert u.a. als Kürschner, Fotograf und Dekorateur arbeitete Louis de Funès nachts als Jazzpianist in Pigalle und nahm tagsüber Schauspielunterricht, wie er später sagte, weil er geglaubt habe, ein romantisches Äußeres zu haben. Ab 1945 folgten erste Kleinstauftritte im Film und 1957, mit schon schütterem Haupthaar, erste Hauptrollen, oft als Patriarch in eher mäßigen Komödien.
Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin *22. Mai 1984
Zuerst sehen wir sie nur von hinten. Ein sanft dahingleitender Schemen in einer dunklen Gasse. Close-Up auf ihren Nacken, das bleiche Dekolleté mit den vielen Sommersprossen, eine kupferfarbene Locke, die über die zarte Rundung ihrer Schulter fällt. Mit diesem kurzen, aber denkwürdigen Auftritt in Tom Tykwers Das Parfum verzaubert Karoline Herfurth als „Mirabellenmädchen“ 2006 nicht nur Serienmörder Grenouille, dessen erstes Opfer sie im Film wird, sondern auch das internationale Publikum.
Ein Geburtstags-Porträt der Autorin Marisa Buovolo
Als großartige Inszenatorin und begnadete Sensualistin des Kinos blickt Jane Campion auf ein Werk zurück, das die internationale Filmkultur maßgeblich geprägt und mehrere Generationen von Zuschauer:innen tief bewegt hat. Ganz frisch ist die Nachricht, dass sie am 16. August 2024 auf dem Filmfestival in Locarno mit dem Ehrenpreis Pardo d’Onore Manor geehrt wird.
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