Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Kategorie: Allgemein (Seite 4 von 9)

Denis Villeneuve: Ins Auge, in den Bauch, ins Gehirn

Ein Werkportrait des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve und seines Brückenschlags zwischen Arthouse- und Mainstreamkino

Spätestens seit seinen Science-Fiction-Erfolgen Arrival und Blade Runner 2049 ist der Kanadier Denis Villeneuve zu einer eigenen Marke im aktuellen Blockbusterkino geworden; ähnlich wie Ridley Scott oder Christopher Nolan ist er ein «auteur» im Mainstream. Sein Epos Dune ließ beim Filmfestival Venedig 2021 den Lido beben und startete am 16.9.22 in den deutschen Kinos. Anlass für ein Werkporträt.

DUNE (USA 2021), © Warner Bros.
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GOTT (2020)

Theologisch-ethischer Kommentar zu einem verfilmten Theaterstück

Der im deutschen und deutschschweizerischen Fernsehen im November 2020 erstmals gezeigte Spielfilm Gott ist eine wortgetreu inszenierte Darstellung des gleichnamigen Theaterstücks Ferdinand von Schirachs. Ähnlich wie bei vorhergehenden Produktionen erhofft sich der deutsche Schriftsteller und Rechtsanwalt auch von diesem Stück eine Intensivierung der öffentlichen Debatten. Thema ist diesmal die Sterbehilfe, Auslöser war ein Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.2.2020, das für einiges Aufsehen und Kontroversen gesorgt hatte. In diesem Urteil haben die Karlsruher Richterinnen und Richter das umstrittene Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung und den erst 2015 neu eingeführten § 217 des deutschen Strafgesetzbuchs für verfassungswidrig erklärt und dabei als Begründung auf das im Grundgesetz verankerte Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben verwiesen.

Ferdinand von Schirachs Film GOTT (2020), © ARD Degeto / Moovie GmbH / Julia Ter
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Die Kunst, für gute Filme zu kämpfen

Erika und Ulrich Gregor in Gesprächen und Zeitzeugnissen

Das Buch von Claudia Lenssen und Maike Mia Höhne würdigt ein Paar, eine Institution, eine große Lebensleistung: Erika und Ulrich Gregor haben Filmgeschichte geschrieben, Filmgeschichte aus der Kino- und Festivalperspektive, aus der Sicht der Vielen, die Filme als Augenöffner und Schauplätze komplexer Kinowelten verstehen, nicht zuletzt auch als Orte der politischen und kulturellen Auseinandersetzung.

In einem Interview anlässlich des Jubiläums zu 50 Jahren Freunde der Deutschen Kinemathek erinnerten sich Erika und Ulrich Gregor an ihre ersten Eindrücke im hauseigenen Kino der Freunde. Warum der Name? Nur eine Hommage an den Film Arsenal oder ging es auch um die Assoziation eines «Waffendepots»?

Kino Arsenal, Woche des Ungarischen Films
Kino Arsenal, Woche des Ungarischen Films
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Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Der legendäre Regisseur und Aktivist Rosa von Praunheim wird heute 80 Jahre alt. Bekannt wurde er hauptsächlich durch den Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Für Stefan Volk ist der Film einer der bemerkenswerten «Skandalfilme» der 1970er-Jahre.

Uraufgeführt wurde Rosa von Praunheims Film am 4. Juli 1971 auf den Berliner Filmfestspielen im Rahmen des «Internationalen Forums des Jungen Films». Das 1969 ursprünglich als Gegenfestival konzipierte Forum war in diesem Jahr zum ersten Mal in die Berlinale integriert. Manfred Salzgeber, der in Nicht der Homosexuelle ist pervers … mitgespielt hatte, war einer der Mitbegründer des Forums. Während der Berlinale und als er im Herbst 1971 in ausgewählten Kinos lief, löste der Film sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Die überregionale Presse äußerte sich überwiegend wohlwollend, wohingegen sich die bereits bestehenden Homosexuellengruppierungen und –zeitschriften über die negative Darstellung der Homosexuellen in von Praunheims Film empörten.

‹Schwule Kommune› in ‹Nicht der Homosexuelle ist pervers ...›
Schwule Kommune in Nicht der Homosexuelle ist pervers … (BRD 1971), © Schmalfilm
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Körperwelten

Basic Instinct zieht 1992 eine Welle von Erotikthrillern nach sich

Den kommerziellen Wert der Blöße hat die US-Filmindustrie nie verkannt. Wenn eine Komödie wegen derber Sprache sowieso nur für Erwachsene freigegeben würde, was lag näher, als wie in Ich glaub‘, ich steh‘ im Wald (Fast Times at Ridgemont High, 1982, siehe Blogbeitrag) zugleich mit einer Oben-Ohne-Szene zu erfreuen? Auch wurden 9½ Wochen (9½ Weeks, 1986, mit Kim Basinger und Mickey Rourke) oder Wilde Orchidee (Wild Orchid, 1989, mit Rourke und Jaqueline Bisset) als große Erotiksensationen verkauft. Im Vergleich zu Europa, wo sowohl im Kunst- wie im Kommerzkino das, was die Amerikaner «full frontal nudity» nennen, damals zum guten Ton gehörte, war das natürlich völlig harmlos. So war es an dem »Holländer Paul Verhoeven, der nach USA gezogen ist, als seine Filme in Europa nicht mehr gefördert wurden« (um die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aus deren Indizierungsbeschluss zu RoboCop, 1987, zu zitieren), mit Basic Instinct (März 1992) und Showgirls (September 1995) sowohl am Anfang wie am Ende des großen, wenngleich kurzen Sexrausches von Hollywood zu stehen.

Sharon Stone in BASIC INSTINCT (USA 1992), © StudioCanal
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Wir aber sind hellwach

FILMZ – Das Festival des deutschen Kinos in Mainz.
Ein Beitrag aus der Verlagszeitung FILMgeBlätter, Ausgabe 2021

«Es ist mitten in der Nacht. Du surfst alleine durch das Internet. Du weißt, dass all die anderen, die bei denen alles in Ordnung ist, einfach schlafen. Wir aber sind hellwach», flüstert Sofia, die einen pastellrosa Bob trägt, dem deprimierten Ian ins Ohr. Ian hatte sich bereits eine strahlende Zukunft mit seiner Freundin ausgemalt, bis diese ihn schlagartig verlässt. Aufgrund der quälenden Einsamkeit flüchtet sich der junge Mann ins vielversprechende World Wide Web und trifft auf Sofia, die eine Seelenverwandte zu sein scheint. Zwei einsame Herzen, enttäuscht von der Liebe und dennoch auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit.

Ian steht alleine im Maisfeld, die Küsse von Sofia dringen aufgrund einer Glasblase nicht zu ihm durch (MODERNE LIEBE 2020, Leonard Geisler, Quelle: FILMZ)
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Frauen im spanischen Fernsehen

Ein Auszug aus Manuel Palacios kleiner (Sozial-) Geschichte des spanischen Fernsehens

Was für ein Fernsehen wurde im Spanien der Krise produziert? Es erübrigt sich, daran zu erinnern, wie stark das Land von der wirtschaftlichen Rezession zwischen 2008 und 2013 betroffen war. Zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als würde die EU in die nationalen Belange eingreifen. Allerdings hat diese Frage Spanien, wo man vor allem um die Neutralität und die Beeinflussung der Nachrichtensendungen besorgt war, kaum Interesse hervorgerufen.

Weg von der Krise ins kalte Berlin: BUSCANDO EL NORTE (2016), © Aparte producciones, Antena 3, Divisa Home Video
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So wirds gemacht!

Die Sachgeschichten der SENDUNG MIT DER MAUS gibt es schon seit 50 Jahren

Wie wird eigentlich ein Löffel gemacht? In etwa so: Aus einer großen Metallplatte werden löffelförmige Stücke herausgestanzt. Per Hand werden die Stücke durch eine Walze gezogen, die den vorderen Teil plättet und vergrößert. Der äußere Rand wird weggestanzt und schließlich bekommt der Löffel durch weitere Stanzen und Schleifmaschinen seine typische Form. Dies war die erste Sachgeschichte der Sendung mit der Maus, die am 7. März 1971 ausgestrahlt wurde – unkommentiert, informativ und schnörkellos.

Armin Maiwald als Steinzeitmensch im Maus-Special zum Thema «Geld» (© Philipp Abresch)
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MAID – eine der bemerkenswertesten Serien 2021

Eine Sozialdrama-Serie um eine junge Mutter, die nach der Trennung von ihrem übergriffigen Partner darum ringt, materiell auf eigenen Füßen zu stehen

Im Sommer 2021 gingen Meldungen über unerwartete Entwicklungen im Niedriglohnsektor der USA im Zuge der Corona-Krise durch die Medien: Um in Zeiten des Lockdowns die Verelendung der zwangsweise Unbeschäftigten abzuwenden, hatte die US-Regierung das Arbeitslosengeld erhöht – mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Angestellte, die sonst für Hungerlöhne arbeiteten, nicht zuletzt in der Gastronomie, finanziell mit der staatlichen Hilfe plötzlich besser dastanden als zuvor. Eine Erfahrung, die anscheinend dafür gesorgt hat, dass viele Menschen nach dem Ende des Lockdowns nicht so einfach wieder bereit waren, in mies bezahlte Knochenjobs zurückzukehren; das US-Arbeitsministerium meldete im Juni Rekordwerte an unbesetzten Stellen; und siehe an: durchschnittliche Stundenlöhne kletterten nach oben.

Sarah Margaret Qualley als Alex in MAID, Ep. 101 (© RICARDO HUBBS/NETFLIX 2021)
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»O’zapft is!«

Stephanie Großmann zur Entstehungsgeschichte des Bandes Das Münchner Oktoberfest aus literatur-, kultur- und mediensemiotischer Perspektive

Über einen längeren Zeitraum bin ich jedes Jahr im Spätsommer zur Jahrestagung der German Studies Association gereist, der größten Konferenz in den USA, die sich mit den Themen Germanistik, Deutsche Geschichte und auch Deutsch Didaktik in unterschiedlichsten Fassetten beschäftigt. Veranstaltungsort ist stets eine nordamerikanische Großstadt, wie Atlanta, Washington D.C., San Diego und Kansas City. Meine Reise begann am Münchner Flughafen, der mich Ende September immer – und erwartbarer Weise – mit einer Werbekulisse für das Münchner Oktoberfest verabschiedete. Um so erstaunter war ich darüber, dass ich in allen amerikanischen Zielflughäfen ebenfalls von einer Oktoberfestkulisse begrüßt wurde – Brezen, Bier, Dirndl und Lederhosen waren in unterschiedlichen Stilisierungen auf Plakaten oder Wandaufklebern zu sehen. Häufig mischten sich die weiß-blauen Münchner Rauten mit gelb-orange-rot gefärbten Ahornlaubgirlanden, die den Indian Summer ankündigen.

«Ochsenbraterei // 2006» von Barbara Donaubauer
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