Kino als Nervenkitzelmaschine: Wie Hermann Häfker das Kino im Nervositätsdiskurs der Großstädte ab 1900 interpretierte.
Bevor der Nervositätsdiskurs zum Kino begann, war er bereits in kulturell nahestehenden Feldern in Erscheinung getreten. Die Interpretation der Kinematographie unter diesem Vorzeichen war naheliegend. So entstanden Kinematographentheater ab 1906/1907 massenweise gerade in Großstädten wie Berlin. Sie wurden damit Teil der modernen Unterhaltungskultur, die aus Sicht der Nervenmedizin der Stadtbevölkerung ihre Erholung raubte und für einen Teil der später beschriebenen allgemeinen urbanen Unruhe verantwortlich war.

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