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Schlagwort: Holocaustfilm

Fiktion prägt Erinnerung: Der Holocaust in Film und Medien

Prof. Dr. Marcus Stiglegger über seine Neuerscheinung Holofiction sowie seine jahrzehntelange Forschung zur Ikonografie des Holocaust in Film und Popkultur

Herr Stiglegger, Sie forschen schon seit vielen Jahren zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaustdarstellungen in Film, Fernsehen und Popkultur. Wie kamen Sie nun zum Buch Holofiction bzw. wie schließt sich das Buch an Ihre bisherigen Forschungen an?

Mitte der 1980er Jahre besuchte ich die Gedenkstätte Mauthausen in Österreich. Dort sah ich zum ersten Mal den Essayfilm NACHT UND NEBEL von Alain Resnais. Dieses Ereignis hat sich unauslöschlich bei mir eingeprägt. Der Genozid der Naziära ist eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte, und als ich später Filmwissenschaft studierte, war die filmische Auseinandersetzung mit diesem Thema stets eine wichtige Orientierung für meine Forschung.

NACHT UND NEBEL (1965) © Absolut Medien
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Die Ikonografie des Holocaust

Entwicklung der filmischen Darstellungen und Entstehung einer visuellen Typologie.

Die filmische Darstellung des Holocaust gehört seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu den zentralen Themen des internationalen Kinos. Spielfilme, die sich mit der Shoah befassen, übernehmen nicht allein die Funktion der Erinnerung, sondern prägen maßgeblich das kulturelle Gedächtnis. Durch ihre Bilderwelten konstruieren sie kollektive Vorstellungen davon, wie der Holocaust ausgesehen haben könnte und wie er erinnert werden soll. Dabei folgt die visuelle Codierung spezifischen ikonographischen Mustern, die sich seit 1945 stetig entwickelt, verändert und diversifiziert haben – hin zu einer «Ikonografie des Holocaust».

OSTATNI ETAP (1948) © Wytwórnia Filmów Dokumentalnych i Fabulatnych
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