Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Schlagwort: Frühes Kino

Die Nervenkitzelmaschine – Frühes Kino und Nervosität

Kino als Nervenkitzelmaschine: Wie Hermann Häfker das Kino im Nervositätsdiskurs der Großstädte ab 1900 interpretierte.

Bevor der Nervositätsdiskurs zum Kino begann, war er bereits in kulturell nahestehenden Feldern in Erscheinung getreten. Die Interpretation der Kinematographie unter diesem Vorzeichen war naheliegend. So entstanden Kinematographentheater ab 1906/1907 massenweise gerade in Großstädten wie Berlin. Sie wurden damit Teil der modernen Unterhaltungskultur, die aus Sicht der Nervenmedizin der Stadtbevölkerung ihre Erholung raubte und für einen Teil der später beschriebenen allgemeinen urbanen Unruhe verantwortlich war.

NEMESIS (1922) © Deutsche Kinemathek Museum
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Was Kinoanzeigen mit Flohdressur gemeinsam haben

Friederike Grimm über die Unterhaltsamkeit von Vergnügungsanzeigern in den Anfängen des Starsystems mit Asta Nielsen

Als ich 2011 ein Seminar in der Mediengeschichte zum Frühen Kino besuchte, stellte ich fest, dass es ‚die eine‘ Geschichte nicht gibt: Jede noch so kleine Stadt hat ihre eigene Geschichte der ersten Filmvorführungen im Ort. Die Kinogeschichte existiert für einige Orte noch gar nicht – niemand hat sie bislang erforscht und aufgeschrieben. Alles, was ich vorfinde, ist eine Neuentdeckung. Das hat mich elektrisiert und so tauchte ich ein in die bunte Welt der Kinoanzeigen.

Erste Voranzeige des Residenz-Theaters für „Der schwarze Traum“.
Darmstädter Tagblatt, 12.10.1911, S. 13.
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