Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Schlagwort: Billy Wilder

Über Filme sprechen

Die Kunst der Filmkritik von Gunter Groll

Was erwartet der Kinogänger von einer Filmkritik? Kurzinfo über den Inhalt und Angaben welche Stars mitspielen, vielleicht eine kurze und bündige, nicht weiter begründete Daumen-hoch- oder Daumen-tief Bewertung? Wenn der Leser Glück hat und die Zeitung Kinokritiken Platz einräumt, erfährt er noch etwas über den Regisseur, die Hintergründe und dramaturgischen Besonderheiten des Films. Insgesamt ist Filmkritik in einer Tageszeitung eher eine Serviceleistung. Eltern sollen erkennen, ob ein Film für den gemeinsamen Kinobesuch mit den Kindern geeignet ist; Wochend-Kinogänger, ob es ein Actionfilm oder eine romantische Komödie ist. Differenzierte Urteile und längere Ausführungen können in den Fachzeitschriften nachgelesen werden.
Aber daneben gibt es die Filmkritik auch als eigene Literaturform. Als wichtiger Vertreter dieser Gruppe kann Gunter Groll gelten, der von 1945 bis 1959 Filmkritiker bei der Süddeutschen Zeitung war. Groll setzte sich mit Film auseinander, als die «siebte Kunst» in Deutschland noch um Anerkennung rang. Seine Kritiken sind auch heute, ein halbes Jahrhundert nach ihrer Erstveröffentlichung, nicht überholt. Aus einer Anthologie seiner Kritiken drucken wir hier seine Besprechung des Films Zeugin der Anklage (USA 1957, Regie: Billy Wilder). (red.)

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1981 schockiert Christiane F.– Wir Kinder vom Bahnhof Zoo das Kinopublikum

Rausch und Reue … und Rausch. Eine Geschichte von Drogen und Sucht im Film

«Je cooler die sind, desto mehr haben sie gedrückt», erfährt die gerade mal 14-jährige Christiane F. von ihren neuen Freunden. Wie Zombies stehen die Heranwachsenden vor den Konzerthallen oder in den Gängen zwielichtiger Diskos herum und blicken völlig von Heroin sediert auf die Welt. Was auch Christiane in die Sucht treiben wird, ist die Liebe zu ihrem Freund Detlef, der gerade mit H angefangen hat. Sie und ihre Freunde haben schon alle Popper, Speed, Alkohol und Hasch durch und sind auf der Suche nach dem nächsten Kick im Berlin der 1970er-Jahre.

Der Film von Uli Edel fängt mit seinen düsteren, ausgebleichten und trostlosen Bildern die Tristesse im Leben seiner jungen Protagonisten perfekt ein. Wir Kinder vom Bahnof Zoo (1981) ist bis heute einer der dunkelsten Berlin-Filme. Er basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsbuch, das von 1979 bis 1981 fast zwei Jahre lang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste stand. Es ist bis heute eines der meistverkauften Sachbücher in Deutschland. Das Buch entstand aus den aufgezeichneten Gesprächen der Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck mit der realen Christiane F.

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