Schauspieler *13. Mai 1986
Der Karriereanfang verhieß nicht unbedingt ein gutes Ende. Seinen weltweiten Durchbruch feierte Robert Pattinson 2008 mit Twilight – Biss zum Morgengrauen – der Verfilmung des ersten Teils von Stephenie Meyers gleichnamiger, superfolgreicher Jugendbuchreihe. Twilight wurde ein gigantischer Hit, spielte bei einem Budget von 37 Millionen Dollar 408 Millionen ein und machte Pattinson nicht nur zum absoluten Superstar und feuchten Traum von unzähligen jungen Frauen, sondern dank einer vierjährigen Liebesbeziehung mit Twilight-Filmpartnerin Kristen Stewart ebenso zum Dauerthema der Boulevard-Medien.

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN (2008) © Concorde
Und dabei war eigentlich schon früh deutlich, dass dem in London geborenen Sohn einer Modelagentur-Mitarbeiterin und eines Gebrauchtwarenhändlers die Rolle des Teenie-Schwarms eigentlich viel zu klein war. Pattinson, der bereits im Alter von sechs Jahren in kleinen Amateurstücken an seiner Schule auftauchte, startete im Alter von 13 Jahren zunächst hinter den Kulissen der örtlichen Amateurtheatergruppe Barnes Theatre Company. Durch Zufall kam es zum ersten Bühnenauftritt: Einer der Darsteller war erkrankt und er sprang kurzfristig ein, wodurch ein Agent, der zufällig im Publikum saß, auf ihn aufmerksam wurde und ihn ermutigte, seine schauspielerischen Aktivitäten auf professionelle Gleise zu setzen.
Ein missglücktes Kino-Debüt
Sein Leinwanddebüt fiel ins Wasser: Pattinsons Rolle im Kostümdrama Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten (2004) wurde rausgeschnitten, allerdings war er im gleichen Jahr in Uli Edels misslungenem Die Nibelungen zu sehen – nicht gerade ein Einstand nach Maß, doch ein Jahr später sorgte eine Nebenrolle im vierten Film der Harry Potter-Reihe (als Cedric Diggory) dafür, dass der schöne, junge Mann etwas bekannter wurde.

2006 war Pattinson in The Haunted Airman als querschnittsgelähmter Bomberpilot in seiner ersten Hauptrolle zu sehen. Der Fernsehfilm wurde einige Zeit nach dem Erfolg mit Twilight auch auf DVD veröffentlicht und sorgte für lange Gesichter bei den Fans: Mit einem finsteren Psychothriller hatten wohl die wenigsten gerechnet. Jedenfalls kein ganz unwichtiger Film in seiner Karriere, denn Pattinsons abseitige Rolle sollte Jahre später Regisseur Matt Reeves davon überzeugen, ihn für die Comicverfilmung The Batman (2022) zu engagieren.
Die Twilight-Saga: Karriere und Boulevard-Ruhm
Twilight veränderte seine Karriere maßgeblich: Pattinson war ab sofort eng mit dem schmachtenden Vampir Edward Cullen verbunden, vier weitere Fortsetzungen, die bis 2012 veröffentlicht wurden, zementierten sein Image – dass er währenddessen zum Beispiel als homosexueller Salvador Dali in Little Ashes (2008) oder als sensibler Rebell in Remember Me (2010) beeindruckende schauspielerische Leistungen hinlegte, ging völlig unter.

Dementsprechend äußerte sich der Schauspieler zusehends negativ über die Twilight-Reihe sprach gar von Hass. Allerdings ist der Hass mittlerweile verraucht, denn der Teenieschwarm stürzte sich nach Ende der Vampir-Saga in eine Vielzahl extrem unterschiedlicher Projekte, spielte für einen Bruchteil seiner mittlerweile üblichen Millionen-Gagen in den beiden David-Cronenberg-Filmen Cosmopolis (2012) und Maps To The Stars (2014), war als James-Dean-Fotograf Dennis Stock in Life (2015) oder als Kleinkrimineller in Good Time (2017) der genialen Safdie Brothers zu sehen, begab sich aber auch immer wieder in Blockbuster-Gefilde der schauspielerisch allerdings etwas anspruchsvolleren Art.
Aus dem Kleinmädchentraum ist in den letzten Jahren ein ernstzunehmender, stets nach neuen Herausforderungen suchender Schauspieler geworden, bei dem man gespannt auf die Zukunft sein kann.
Thorsten Hanisch
Dieser Beitrag stammt aus dem Filmkalender 2026. Auch der Kalender für 2027 enthält Portraits von Filmschaffenden und spannende Textbeiträge.


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