FILMgeBlätter

Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Monat: September 2019 (Seite 1 von 2)

Was ist Film? Was ist Kino?

Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn

Die Frage Was ist Film? Was ist Kino? kann kaum ein anderer so gut beantworten wie Edgar Reitz. Reitz hat seinen ersten Kurzfilm 1954 gedreht, seinen vorläufig letzten Film 2013. Er ist einer der bekanntesten und geachtesten deutschen Filmemacher. In der langen Zeit seines Schaffens haben sich die technischen, ästhetischen und sozialen Bedingungen des Filme-Machens und Filme-Sehens grundlegend geändert. Maßgeblich am Aufbruch in den 60er Jahren beteiligt, erlebte er, wie in den 70er Jahren die Möglichkeiten für kreative Filmemacher im Kino verloren gingen. Aus dieser Krise befreite er sich, in dem er mit seinem Heimat-Epos, fürs Fernsehen produziert, neue Formen seriellen Erzählens entwickelte. Eine große Werkschau bot Anfang dieses Jahres in Nürnberg die Gelegenheit, die Filme von Edgar Reitz zu erleben und (wieder) zu entdecken. Sie wurde mit Diskussionen und Vorträgen begleitet. Aus dieser Werkschau ist ein Buch hervorgegangen. Es leistet einen kompletten Überblick über das filmische Werk von Edgar Reitz, mit Produktionsangaben und bebilderten Kurzbeschreibungen, ergänzt durch Einführungen, die die Zeitumstände des Werks, aber auch das Gültige, das den Jahren standgehalten hat, hervorheben.
Wir zitieren im folgenden aus der Einleitung des Buches.

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Vom «Seattle Grace» ins «Bada Bing»

Unsere Lust an der Serie

Und welche Serie schaust du? The Wire, Die Sopranos, AllyMc Beal, Mad Men, Emergency Room oder doch am liebsten Lost?» Immer häufiger ist das Gespräch über die eigenen Serienlieblinge Thema auch ernsthafter Gespräche auf Gesellschaften oder unter Freunden. Das liegt daran, dass die Qualitätsserien – in der Regel amerikanischer Herkunft – anders als die bisher im Fernsehen übliche anspruchslose Familienunterhaltung intelligente Handlungsstränge mit ironischen Bezügen und überraschenden Wendungen koppeln und so die Fantasie des Zuschauers im höchsten Maße beanspruchen. Wie vielschichtig z. B. die Serie Die Sopranos aufgebaut ist, zeigt folgender Auszug aus einem Beitrag von Rainer Winter dem Buch «Serielle Formen».

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Die Kunst des Storyboarding

Der Film zwischen Drehbuch und Kamera

Am Anfang vieler großer Filme steht das Storyboard. Ohne dieses würden Filme wie Hitchcocks The Birds (1963) nicht die sein, die das Publikum im Kino zu sehen bekommt. Sie visualisieren Filmszenen noch bevor diese gedreht werden und sind die Schnittstelle zwischen Drehbuch und Kamera. In «Storyboarding – Filmisches Entwerfen» zeigen die Autoren anschaulich, wie Storyboard-Zeichner Drehbücher von Hitchcock oder Walt Disney grafisch zum Leben erwecken.

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Spiel ist Spiel und Film ist Film

Videoästhetik und die Schwierigkeit ihrer filmischen Adaption

Videospiele haben schon lange nicht mehr den schlechten Ruf, den sie vor einigen Jahren noch hatten. Hieß es – insbesondere nach einigen erschreckenden Amokläufen – blutrünstige Computerspiele würden die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erhöhen, geht man heute davon aus, dass sie die Konzentration und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, steigern. Schon bald wurden populäre Videospiele auch verfilmt, konnten aber nur selten Erfolge verzeichnen.

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Möge die Macht mit dir sein

Es war einmal … mein erstes Mal Star Wars

Am 25. Mai 1977 kam der erste Star Wars-Film in die Kinos. Das phantasievolle Science-Fiction-Märchen war auf Anhieb ein Blockbuster und verzauberte die Menschen weltweit: Wer mit George Lucas in die Zukunft ge­schaut hatte, kam als ein anderer Mensch aus dem Kino. Die beiden Trilogien haben unzählige Fans, ein eigenes Star Wars-Fan-Imperium entstand weltweit, und dem Kinostart des neuen Star Wars-Films im Dezember 2019 wird schon aufgeregt entgegengefiebert.

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Geh, der Herr Hader!

Gewitzt – nicht nur im Kabarett

Josef Hader ist populär, sehr sogar. Mit seinen Programmen (Privat, Hader spielt Hader) füllt er überall im Land die Säle. Doch auch als Schauspieler und Filmemacher hat er seinen ganz eigenen Charakter entwickelt, und verleiht unterschiedlichen Typen – etwa Stefan Zweig in Vor der Morgenröte oder dem Detektiv Brenner in den Wolf-Haas Verfilmungen einen unverwechselbaren Stil.

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Kulturhauptstadt Marseille

Eine Metropole im filmischen Blick

Marseille, Frankreichs älteste Großstadt, stand lange Zeit im Schatten von Paris. Dieses Jahr ist die Mittelmeermetropole Kulturhauptstadt Europas und Ort vieler kultureller Aktivitäten und institutioneller Neuerungen, deren prominenteste wohl das neue, ins Meer hineinragende MuCEM, das Museum für die Kulturen Europas und des Mittelmeerraums ist. Der beeindruckende Flachbau aus Beton ist einem Korallenriff nachgebildet und zeigt durch die luftige Struktur symbolisch die Durchdringung von Stadt und Meer, inszeniert Marseille als Stadt, die seit ihrer sagenhaften Gründung vor über 2600 Jahren durch einen griechischen Seemann und eine ligurische Prinzessin ein Ort der Migration und der Métissage ist.

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Wilde Hühner und wilde Kerle

Zum modernen Kinderfilm

Gebannt starren große Augen auf die Leinwand. Lautes Kreischen ertönt. Der Nachbar der kleinen Anna hat schon die Augen zugekniffen: Er kann nicht mit ansehen, wie Kasperl vom Räuber Hotzenplotz reingelegt wird und in die Grube fällt.

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Let’s Do the Time Warp Again

Science-Fiction Kultfilme

Was macht einen Film so besonders, dass er zum Kultfilm wird? Warum gilt Flesh Gordon, die auf dem Planeten «Porno» handelnde Sexfilm-Parodie zu Flash Gordon, gemeinhin genauso als Kultfilm wie Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey? Dass Frankenstein meets the spacemonster und Ridley Scotts Alien hier in einem Atemzug genannt werden können zeigt, dass Kultfilme nicht zwangsläufig für das große Publikum gemacht sind. Auch der wirtschaftliche Erfolg spielt keine besonders relevante Rolle. Gerade durch lächerliche Produktionsbedingungen, den eigensinnigen Einsatz von nicht immer qualitativ hochwertigen Spezialeffekten, aber eben auch die unfreiwillig komische Wirkung der Filme, führen oftmals zu diesem Kultstatus, der von einem sehr individuellen oder sogar postmodernen Publikum geschaffen wird.

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So geht Kino!

Open Air, im Zelt oder auf der fahrenden Leinwand

Kino ist ein Ereignis. Heute wie vor hundert Jahren. In Afrika ebenso wie in Europa oder Asien. Wer an Kino denkt, dem fallen vermutlich als erstes opulente Säle mit roten Samtsesseln ein. Doch wahres Kinoerlebnis ist viel mehr als das. So unterschiedlich die Filme und Genres, so unterschiedlich sind auch die Orte, die Kinomacher für ihre Vorführungen nutzen.

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