Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Schlagwort: Skandalfilm

Angstzustände – Die Filme von Ari Aster

Ein Porträt des Filmemachers Ari Aster

Mit Beau Is Afraid lief 2023 ein neuer Film von Ari Aster in den Kinos, der die früheren Werke des US-Filmemachers, Hereditary und Midsommar, zu einer Trilogie des Unbehagens rundet. Aster gehört damit zu einer neuen Generation von Horror-Regisseuren, die einer Genre-Spielart zu neuer Blüte verhelfen, die sich als “Art-Horror” charakterisieren lässt. Ein Porträt.

Neben Robert Eggers (The Witch) und David Robert Mitchell (It Follows) gilt Ari Aster als einer der vielversprechendsten US-Filmemacher der Gegenwart. Gemeinsam haben alle drei, dass sie vom Independent-Film kommen und ihnen der Durchbruch mit Horrorfilmen gelang – einem Genre, dem sie durch feinfühlige Annäherung neues Leben und Aktualität eingehaucht haben.

Porträtfoto von Ari Aster, er trägt Anzug und Brille und lächelt.
Ari Aster (© Eric Charbonneau / Leonine)
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Michael Moore, Fahrenheit 9/11 und Agitprop-Dokumentarfilme

Vor 20 Jahren erklärte Michael Moore mit seiner Doku Fahrenheit 9/11 der Bush-Regierung den Krieg

Es gibt da so ein komisches Gerücht, dass Dokumentarfilme irgendetwas mit Wahrheit zu tun hätten oder Wirklichkeit abbilden. Verwechselt man beim Dokumentarfilm etwa ein künstlerisches Filmgenre mit Nachrichten im Fernsehen, nur weil beide auf dokumentarisch gedrehte Bilder setzen? Michael Moore ist eines der besten Beispiele für einen breit gefächerten und – das muss man gleich vorausschicken – nicht auflösbaren Konflikt.

Michael Moore hält ein Gewehr.
»Don’t you think it‘s a little dangerous handing out guns at a bank?«
Michael Moore in BOWLING FOR COLUMBINE (2002, © Weltkino)
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Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Der legendäre Regisseur und Aktivist Rosa von Praunheim wird heute 80 Jahre alt. Bekannt wurde er hauptsächlich durch den Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Für Stefan Volk ist der Film einer der bemerkenswerten «Skandalfilme» der 1970er-Jahre.

Uraufgeführt wurde Rosa von Praunheims Film am 4. Juli 1971 auf den Berliner Filmfestspielen im Rahmen des «Internationalen Forums des Jungen Films». Das 1969 ursprünglich als Gegenfestival konzipierte Forum war in diesem Jahr zum ersten Mal in die Berlinale integriert. Manfred Salzgeber, der in Nicht der Homosexuelle ist pervers … mitgespielt hatte, war einer der Mitbegründer des Forums. Während der Berlinale und als er im Herbst 1971 in ausgewählten Kinos lief, löste der Film sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Die überregionale Presse äußerte sich überwiegend wohlwollend, wohingegen sich die bereits bestehenden Homosexuellengruppierungen und –zeitschriften über die negative Darstellung der Homosexuellen in von Praunheims Film empörten.

‹Schwule Kommune› in ‹Nicht der Homosexuelle ist pervers ...›
Schwule Kommune in Nicht der Homosexuelle ist pervers … (BRD 1971), © Schmalfilm
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CINEMA, Chicago, Skandal

Heinrich Weingartner über das neue CINEMA #65: Skandal

Ich bin noch nicht lange in der CINEMA-Redaktion. Auf die Themenwahl des «CINEMA Jahrbuch 65» hatte ich so gut wie keinen Einfluss. Ein Skandal. Wieso ich trotzdem darum gebeten wurde, einen Blogbeitrag zu verfassen? Weil ich, zusammen mit meinem Kollegen David Grob, das Buch produziert habe. Aus Chicago. Also, ich aus Chicago, David aus Zürich. Das hat trotz geographischer Dislozierung tipptopp funktioniert, wie Sie sehen können. Natürlich wollten wir mit dieser räumlichen Aufteilung keinen Guinness-Rekord erzielen. Ich habe von August bis November letzten Jahres in Chicago einen Atelieraufenthalt absolviert und diese schöne Aufgabe mit ins Gepäck genommen. Die Tätigkeit bei der CINEMA-Redaktion basiert auf Ehrenamt und mein Atelieraufenthalt wurde von der öffentlichen Hand bezahlt. Deshalb konnte ich mich guten Gewissens der auswärtigen Selbstausbeutung hingeben. Drei Erkenntnisse:

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