Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Kategorie: Filmwissen (Seite 1 von 8)

ZWEI GLORREICHE HALUNKEN und der berühmteste Friedhof der Filmgeschichte

Zum 60. Geburtstag des legendären Sergio Leone-Films: Eine Reise an einen magischen Drehort im Norden von Spanien.

Was die Anzahl der Drehorte angeht, so ist Zwei glorreiche Halunken der komplexeste Western Sergio Leones, denn nach dem umwerfenden Erfolg des Vorgängers war die United Artists in die Finanzierung des Films eingestiegen, so dass nun an ganz verschiedenen Orten Spaniens gedreht werden konnte. Und Leone wusste dies auf eindrucksvolle Weise zu nutzen. Die Provinz Almería, das Umland von Madrid und die Provinz Burgos lieferten Drehorte, die Leone nahtlos zu einem visuellen Ganzen verwob. Quentin Tarantino hält das Werk schlichtweg für «die größte Leistung in der Filmgeschichte».

Der Friedhof Sad Hill (Zwei glorreiche Halunken, 2’38)
Weiterlesen

Die Bounty: Eine Meuterei jenseits der Traumfabrik Hollywood

Simon Füchtenschnieder recherchierte die wahre Geschichte der vielfach verfilmten Meuterei auf der Bounty. Die einfache Aufteilung in Gut und Böse, die die Filme meist zeigen, ist in der Realität doch etwas komplizierter.

Sie ist die wohl berühmteste Meuterei der Geschichte – dabei ist ihr Ablauf eigentlich nicht sonderlich spektakulär. Zudem verläuft sie unblutig. Den brutalen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen sadistischem Tyrannen einer- und edlem Helden andererseits, machten eine Roman-Trilogie und Hollywood später aus der Geschichte. Damit verankert die Traumfabrik sie dauerhaft in den Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer.

© MGM
Weiterlesen

Ein amerikanischer Held und der Matilda-Effekt – OPPENHEIMER (2023)

Für OPPENHEIMER hat Autor und Regisseur Christopher Nolan sehr gründlich recherchiert, wenn es darum geht, das Heldenbild des genialen Kernphysikers zu untermauern. Allerdings nimmt er in Kauf, eine bedeutende Wissenschaftlerin sträflich zu ignorieren.

Es war am Montag, 16. Juli 1945, exakt 5.29 Uhr und 45 Sekunden, als ein Mensch erstmals jene Kraft entfesselte, die die Welt im Innersten zusammenhält. Auf dem Testgelände Alamogordo in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico detonierte die erste atomare Bombe mit einer Kraft, die 21.000 Tonnen des konventionellen Sprengstoffs TNT entsprach. Regisseur Christopher Nolan nimmt sich für diesen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte 92 Sekunden Zeit: Knapp zwei Drittel seiner dreistündigen filmischen Biografie über J. Robert Oppenheimer, den Vater der Atombombe, sind erzählt, als das Accelerando der Streicher abrupt abreißt. Der Countdown springt auf null – Stille.

OPPENHEIMER-Filmplakat © Universal
Weiterlesen

Die Hölle sind wir – Die wahre Geschichte hinter EDEN (2024)

Wolfgang Wissler über die Recherche der wahren Geschichte hinter dem Film EDEN: Wie sieben Aussteiger auf der Insel Floreana sich selbst zerstörten – zwischen Idealismus und menschlichen Abgründen.

Selbst wenn man reist bis ans Ende der Welt – man nimmt immer sich selbst mit. Auch weit draußen im Ozean ist niemand sicher vor menschlicher Niedertracht. Sieben Menschen auf einer 173 Quadratkilometer großen Insel genügen, um sich das Paradies zur Hölle zu machen. Das sind traurige Erkenntnisse der sogenannten Galapagos-Affäre von 1934, aus der US-Regisseur Ron Howard seinen Film EDEN (2024) formte. Für unser Buch Based on a true Story habe ich Howards Film und die wahren Ereignisse auf der Galapagos-Insel Floreana unter die Lupe genommen.

Filmplakat von EDEN © Leonine
Weiterlesen

Die Pocahontas-Lüge

POCAHONTAS, die Disney-Produktion von 1995, macht aus einem indigenen Opfer europäischer Eroberer eine Märchenprinzessin. Die wahre Geschichte dagegen ist traurig.

Als Disney seine Heldin Pocahontas das erste Mal auftreten lässt, steht sie auf einer Klippe, hunderte Meter hoch über dem Fluss. Ihre Freundin ruft, sie möge kommen, ihr Vater sei zurückgekehrt. Da springt Pocahontas kopfüber die Felswand hinab, taucht ins Wasser ein, eine Mischung aus Elfe und Wasserwesen, und kurz darauf wieder auf. Wenige Filmszenen später tut es der Waschbär Nico, ihr Totemtier, ihr nach, nur weniger elegant, und krabbelt japsend aus dem Wasser. So ist Disney: Kein Superheld ohne hinterherhechelnden Tollpatsch, auf den innigsten Moment folgt das Augenzwinkern.

Filmplakat zu POCAHONTAS © Disney
Weiterlesen

«Häufig wird vergessen, dass Flüchtende keineswegs nur Menschen aus weit entfernten Ländern sind.»

Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Neumann über ihren Debütfilm JENSEITS DER BLAUEN GRENZE (2025)

Was mich neben den bezaubernden jungen Hauptfiguren Hanna, Andreas und Jens und deren Geschichte einer Jugend, die ohne ihr Verschulden durch das DDR-Regime zerstört wird, an der Geschichte besonders reizt, ist, der Fluchtversuch auf dem offenen Meer. Das Thema Flucht ist aktuell wie nie. Häufig wird vergessen, dass Flüchtende keineswegs nur Menschen aus weit entfernten Ländern sind.

Andreas (Willi Geitmann) und Hanna (Lena Urzendowsky) versuchen, 50 Kilometer
in die Freiheit zu schwimmen. © SWR/Wood Water Films
Weiterlesen

Die besten Kinderfilme für die Weihnachtszeit

Von Weihnachtsteddys, Wichtelgeschichten und Winterzauber – die besten Kinderfilme für die Advents- und Weihnachtszeit.

Die Tage werden kürzer, der erste Schnee fällt, wir kuscheln uns am liebsten mit dicken Socken, Wärmflasche und warmem Kakao zwischen die Decken. Nach Schneeballschlachten, Rodeln und Lebkuchenhausbauen ist es schön, sich mit den Kindern auf dem Sofa einen schönen Weihnachtsfilm anzuschauen – doch welchen?

EIN WEIHNACHTSFEST FÜR TEDDY (2022) © Capelight
Weiterlesen

LAMB (2021) – Der Horror des Ökologischen

Nebel und Schneetreiben hängen tief über der winterlich dunklen Landschaft, durch die sich der Blick der Kamera seinen Weg bahnt. Die genretypische Eröffnung verrät nicht, welcher Art das Wesen ist, durch dessen Augen wir hier sehen. Anhaltspunkte geben zunächst vor allem sparsame Schnauflaute und die Reaktionen der Umgebung auf seine Anwesenheit: Eine Herde von Wildpferden stiebt auseinander, Schafe in einem Stall geraten in Panik und drängen, als sich das Wesen nähert, ängstlich in die Ecken ihrer Gatter; nur eins bleibt allein und ausgeliefert zurück und schaut paralysiert dem Eindringling entgegen.

Weiterlesen

THE ZONE OF INTEREST – einer der besten Filme des Jahres 2024

Drama über den Kommandanten des KZ-Auschwitz, Rudolf Höß, und seine Ehefrau Hedwig, die mit ihren Kindern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vernichtungslager ein scheinbar idyllisches Leben führen.

Das Kino ist in dem Moment zu Ende gegangen, in dem die Konzentrationslager nicht gefilmt wurden, lautet ein Satz von Jean-Luc Godard, der unter anderem in seinen Histoire(s) du Cinema auftaucht. Einer der klügeren Sätze des streitbaren Filmdenkers ist dies vielleicht gerade deshalb, weil gar nicht so klar ist, was genau Godard mit ihm meint. Schließlich wurden die Konzentrationslager nach ihrer Befreiung durchaus gefilmt, etwa von George Stevens oder Samuel Fuller.

THE ZONE OF INTEREST (© Leonine)
Weiterlesen

Natur im Film: Der Wald in DAS PIANO (1993)

Thomas Koebner über die Bedeutung des Waldes in Jane Campions Film DAS PIANO

Liebe als Naturmacht spiegelt sich in der Wirrnis der Wildnis. Die stumme Schottin Ada (Holly Hunter), die sich mit den (romantisch klingenden) Tönen ihres Pianos ausdrücken kann, wird mit ihrer Tochter nach Neuseeland verfrachtet, um dort die Ehe mit einem Farmer (Sam Neill) einzugehen: Sie ist eine zweite Lady Chatterley.

Ankunft am Strand in DAS PIANO (1993) © Arthaus
Weiterlesen
« Ältere Beiträge

© 2026 FILMgeBlätter

Theme von Anders NorénHoch ↑