Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Schlagwort: Plansequenz

Echtzeit im Spielfilm

Ein Auszug aus FilmZeit – Zeitdimensionen des Films über den Film Victoria (2015)

‹Echtzeit› klingt nach Authentizität, nach unverfälschter, unmittelbar direkter Darstellung und ‹live dabei sein›. Als Eigenzeit des Filmischen wird das Konzept der Echtzeit technisch zunächst mit einer Plansequenz in Verbindung gebracht. Plansequenzen laufen als lange Einstellungen in Echtzeit ab, um Kontinuität zu erzeugen und realistisch zu wirken.

Es gibt in vielen Filmen Echtzeit-Sequenzen. Seltener sind extrem lange Plansequenzen. Besonders rar sind Filme, die durchgängig in Echtzeit ablaufen. Manche von ihnen sind als Plansequenzen gedreht, wie Mike Figgis’ Timecode (USA 2000), Alexander Sokurovs Russian Ark (RUS u. a. 2002) und Sebastian Schippers Victoria (D 2015).

VICTORIA – Boxer wird zum Bankraub verpflichtet (D 2015)
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Filmen ohne Schnitt

Martin Jehle über die Faszination für das Ungeschnittene

Meine ersten Kurzfilme habe ich gedreht, als ich noch zur Schule ging. Viel von dem, was ich für die Filmpraxis benötigte, habe ich mir damals durch Filmbücher beigebracht. Neben filmpraktischen Ratgebern und Büchern zur Filmgeschichte habe ich zu dieser Zeit einiges über Stanley Kubrick gelesen, der kurz zuvor seinen letzten Film Eyes wide shut fertiggestellt hatte und dann gestorben war. Sein Diktum, dass er nur dann schneide, wenn es notwendig sei, hat mich schon früh bei meiner Suche nach einer eigenen Filmsprache angeleitet. Wofür und wann war klassische Bildmontage denn überhaupt notwendig? Die Frage, wie lange ich einen Schnitt vermeiden oder zumindest hinauszögern kann, hat mich seitdem bei jedem neuen Filmprojekt begleitet. Mit dem Film Mein Letztes Band (2006) habe ich mich an diversen Filmhochschulen und letztlich erfolgreich an der Stiftung Universität Hildesheim beworben.

Martin Jehle: Mein letztes Band (2006)
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