Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Kategorie: Filmgeschichte (Seite 1 von 10)

»Muss mich beeilen, ich hab eine Verabredung mit einem Gespenst!«

Mit Ghostbusters und Gremlins wird die Horrorkomödie 1984 zum Kino-Phänomen

Tiefe Furcht und befreiendes Lachen lagen schon immer nahe beieinander. Bereits in der Gothic-Fiction-Literatur des 18. Jahrhunderts wurde in Romanen wie «Northanger Abbey» von Jane Austen oder «The Heroine» von Eaton Stannard Barrett Horror mit Humor angereichert und so war es kein Wunder, dass bereits früh in der Filmgeschichte so genannte Horrorkomödien produziert wurden (zum Beispiel: The Ghost Breaker, 1914 + 1922; Haunted Spooks, 1920; One Exciting Night, 1922; The Bat, 1926).

Harold Ramis, Dan Aykroyd, Bill Murray und Ernie Hudson in GHOSTBUSTERS (© Sony)
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Die Nervenkitzelmaschine – Frühes Kino und Nervosität

Kino als Nervenkitzelmaschine: Wie Hermann Häfker das Kino im Nervositätsdiskurs der Großstädte ab 1900 interpretierte.

Bevor der Nervositätsdiskurs zum Kino begann, war er bereits in kulturell nahestehenden Feldern in Erscheinung getreten. Die Interpretation der Kinematographie unter diesem Vorzeichen war naheliegend. So entstanden Kinematographentheater ab 1906/1907 massenweise gerade in Großstädten wie Berlin. Sie wurden damit Teil der modernen Unterhaltungskultur, die aus Sicht der Nervenmedizin der Stadtbevölkerung ihre Erholung raubte und für einen Teil der später beschriebenen allgemeinen urbanen Unruhe verantwortlich war.

NEMESIS (1922) © Deutsche Kinemathek Museum
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Wie SCREAM (1996) den Horror neu erfand

Wes Craven, Kevin Williamson und die Geburt des modernen Horrors

Schon bevor es Scream gab, war das Horrorgenre gern selbstreflexiv und setzte seine eigenen Konsumenten als Hauptfiguren ein. In Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985) ist Genrefan Charlie Brewster der Einzige, der erkennt, dass der adrett-smarte Nachbar Jerry Dandridge ein Vampir ist, aus ähnlichem Holz sind die comic- und horrorbegeisterten Frog-Brüder in The Lost Boys (1987) geschnitzt.

Drew Barrymore in der legendären Anfangssequenz von SCREAM (1996) © Paramount/Universal
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STAR TREK: Die Entstehung einer Science-Fiction-Legende

Von der futuristischen Idee zur Kultserie – Star Trek als Spiegel seiner Zeit

Gene Roddenberry (1921-1991) revolutionierte mit seiner Science-Fiction-Serie Star Trek das Fernsehen und prägte ein kulturelles Phänomen, das bis heute Generationen begeistert. Seine Karriere startete er jedoch zunächst bei der Polizei von Los Angeles. 1956 trat Roddenberry dann aus dem Polizeidienst aus, um sich ganz einer Karriere als Fernsehautor zu widmen. Sieben Jahre später produzierte er seine erste eigene Serie The Lieutenant, die jedoch nach einer Staffel mit 29 Episoden eingestellt wurde.

Die originale STAR TREK / RAUMSCHIFF ENTERPRISE-Crew mit William Shatner als
Captain Kirk, Nichelle Nichols als Lieutenant Uhura und Leonard Nimoy als Spock (© Paramount)
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Die Ikonografie des Holocaust

Entwicklung der filmischen Darstellungen und Entstehung einer visuellen Typologie.

Die filmische Darstellung des Holocaust gehört seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu den zentralen Themen des internationalen Kinos. Spielfilme, die sich mit der Shoah befassen, übernehmen nicht allein die Funktion der Erinnerung, sondern prägen maßgeblich das kulturelle Gedächtnis. Durch ihre Bilderwelten konstruieren sie kollektive Vorstellungen davon, wie der Holocaust ausgesehen haben könnte und wie er erinnert werden soll. Dabei folgt die visuelle Codierung spezifischen ikonographischen Mustern, die sich seit 1945 stetig entwickelt, verändert und diversifiziert haben – hin zu einer «Ikonografie des Holocaust».

OSTATNI ETAP (1948) © Wytwórnia Filmów Dokumentalnych i Fabulatnych
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Ein Mordprozess und die Wirkung des Kinos: Der Fall Robert Williams (1929)

Im Londoner Old Bailey beruft sich ein Angeklagter auf Visionen des Schauspielers Lon Chaney – und macht einen Kriminalfall zu einem ungewöhnlichen Kapitel der Filmgeschichte.

London 10. Januar 1929: An diesem Tag steht der Angeklagte Robert Williams wegen Mordes vor Gericht. Der 28-Jährige arbeitslose Zimmermann hatte am 23. Oktober des Vorjahres die Hausangestellte Julia Mangan getötet. Es besteht kein Zweifel an seiner Schuld, dennoch weist Williams die Verantwortung von sich und stellt eine groteske Behauptung auf, die diesen Fall weit über seine Zeit hinaus populär machen wird: Kurz bevor er der jungen Frau im Hyde Park mit einem Rasiermesser die Kehle durchschneidet, sieht Williams laut eigener Aussage in einer Vision «einen Mann an der Ecke, der Grimassen schnitt. Er drohte mir und schrie mich an, dass er mich da hätte, wo er mich haben wollte!» Dieser Mann ist für kaum jemanden im Gerichtssaal ein Unbekannter, im Gegenteil: Der Mann ist weltberühmt – es ist der Hollywoodstar Lon Chaney.

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Fight the Power: Spike Lee und das Erbe der Blaxploitation

1986 kommt Spike Lees Regiedebüt SHE’S GOTTA HAVE IT in die Kinos und begründet eine Karriere, die stets auf gesellschaftliche Missstände blickt.

Fight the Power, Brooklyn, Blaxploitation. Didaktik, Wut, Politik. Spike Lee, wenngleich kein reiner Blaxploitation-Regisseur, ist mit besagtem Subgenre der 1970er eng verwoben. Und gleichsam mit Hip-Hop-Kultur, New-York-Kino und politischem Appell der Marke Malcolm X, Black Panther und Martin Luther King. In seinem gesamten Werk, dies ist zweifelsfrei zu sagen, ist eine Ästhetik vorzufinden, die politisch ist und Bilder zeigt, die Haltung haben und vom Publikum einfordern, ebenjenes zu tun. Es ist laut, mahnend und dabei dennoch verspielt und humoristisch.

Tracy Camilla Johns als Nola Darling und Spike Lee als Mars Blackmon in
SHE’S GOTTA HAVE IT (1986) © MGM
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DIE SCHWARZE AUS DAKAR (1966): Ousmane Sembènes wegweisender Blick auf Kolonialismus und Depression

60 Jahre Die Schwarze aus Dakar: Wie der Film afrikanisches Kino sichtbar machte, die Gewalt postkolonialer Machtverhältnisse aufzeigte und einer jungen Frau aus Dakar filmisch ihre Stimme und Würde zurückgab.

Vor 60 Jahren kam La Noire De… (international Black Girl und in Deutschland Die Schwarze aus Dakar) ins Kino, der erste Langfilm des zuvor vor allem als Schriftsteller tätigen senegalesischen Aktivisten Ousmane Sembène. Die tragische Geschichte der titelgebenden jungen Frau aus Dakar, die als Dienstmädchen zu einer weißen Familie nach Frankreich kommt, erhielt zwar ein eher maues Presseecho im globalen Norden, Filmschaffende und Publikum beeindruckte der Film jedoch und bekam in Folge internationale Aufmerksamkeit.

Mbissine Thérèse Diop in DIE SCHWARZE AUS DAKAR (1966) © Criterion
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George Lucas und der steinige Weg zu KRIEG DER STERNE (STAR WARS)

Wie ein junger Filmemacher zwischen Regengüssen beim Dreh in der Wüste und eigenen Kommunikationsproblemen das Kino für immer veränderte.

Der junge Filmemacher George Lucas hat einen Traum. Einen Traum von einer gewaltigen Weltraumoper, die sich selbst an Stanley Kubricks Epos 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey, 1968) messen lassen kann. Nur actionreicher. Mit einem Abschluss der USC (University of Southern California) und einigen experimentellen Kurzfilmen in der Tasche, sucht Lucas auch den kommerziellen Erfolg. Doch bis Krieg der Sterne in die Kinos kommen sollte, sind noch einige Hürden zu überwinden.

Filmplakat des ersten STAR WARS-Films
© 20th Century Fox
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