FILMgeBlätter

Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Die Hölle sind wir – Die wahre Geschichte hinter EDEN (2024)

Wolfgang Wissler über die Recherche der wahren Geschichte hinter dem Film EDEN: Wie sieben Aussteiger auf der Insel Floreana sich selbst zerstörten – zwischen Idealismus und menschlichen Abgründen.

Selbst wenn man reist bis ans Ende der Welt – man nimmt immer sich selbst mit. Auch weit draußen im Ozean ist niemand sicher vor menschlicher Niedertracht. Sieben Menschen auf einer 173 Quadratkilometer großen Insel genügen, um sich das Paradies zur Hölle zu machen. Das sind traurige Erkenntnisse der sogenannten Galapagos-Affäre von 1934, aus der US-Regisseur Ron Howard seinen Film EDEN (2024) formte. Für unser Buch Based on a true Story habe ich Howards Film und die wahren Ereignisse auf der Galapagos-Insel Floreana unter die Lupe genommen.

Filmplakat von EDEN © Leonine
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Die Pocahontas-Lüge

POCAHONTAS, die Disney-Produktion von 1995, macht aus einem indigenen Opfer europäischer Eroberer eine Märchenprinzessin. Die wahre Geschichte dagegen ist traurig.

Als Disney seine Heldin Pocahontas das erste Mal auftreten lässt, steht sie auf einer Klippe, hunderte Meter hoch über dem Fluss. Ihre Freundin ruft, sie möge kommen, ihr Vater sei zurückgekehrt. Da springt Pocahontas kopfüber die Felswand hinab, taucht ins Wasser ein, eine Mischung aus Elfe und Wasserwesen, und kurz darauf wieder auf. Wenige Filmszenen später tut es der Waschbär Nico, ihr Totemtier, ihr nach, nur weniger elegant, und krabbelt japsend aus dem Wasser. So ist Disney: Kein Superheld ohne hinterherhechelnden Tollpatsch, auf den innigsten Moment folgt das Augenzwinkern.

Filmplakat zu POCAHONTAS © Disney
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Nachruf: Alan Rickman wäre heute 80 Jahre alt geworden

Schauspieler *21. Februar 1946 †14. Januar 2016

Kurz nachdem Alan Rickman seinem Krebsleiden am 14. Januar 2016 erlag, veröffentlichte der New Yorker einen Cartoon zu seinen Ehren. Darin sitzen John McClane und Harry Potter in einer Bar und prosten einander traurig zu: „Here’s to the best damned antagonist a guy could ask for.“ Rickman war ein vielseitiger Schauspieler, einer der besten, die nie für einen Oscar nominiert wurden, aber für die Ewigkeit waren vor allem seine Schurkenrollen.

Alan Rickman als Severus Snape in HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX (2007)
© Warner Bros.
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Nachruf: Burt Reynolds wäre heute 90 Jahre alt geworden

Schauspieler *11. Februar 1936 †6. September 2018

Eine gerne von Burt Reynolds kolportierte Geschichte geht dahin, dass Clint Eastwood und er am selben Tag des Jahres 1958 von den Universal Studios gefeuert worden seien. Eastwood, hieß es, spreche zu langsam, habe diesen abgebrochenen Zahn und sein Adamsapfel sei zu groß. Als Reynolds den Personalchef fragte, warum er entlassen sei, bekam er hingegen zur Antwort: »Du kannst nicht schauspielern.«

Burt Reynolds als Tommy Vinson in ALL IN – ALLES ODER NICHTS (2008) © MGM
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DIE SCHWARZE AUS DAKAR (1966): Ousmane Sembènes wegweisender Blick auf Kolonialismus und Depression

60 Jahre Die Schwarze aus Dakar: Wie der Film afrikanisches Kino sichtbar machte, die Gewalt postkolonialer Machtverhältnisse aufzeigte und einer jungen Frau aus Dakar filmisch ihre Stimme und Würde zurückgab.

Vor 60 Jahren kam La Noire De… (international Black Girl und in Deutschland Die Schwarze aus Dakar) ins Kino, der erste Langfilm des zuvor vor allem als Schriftsteller tätigen senegalesischen Aktivisten Ousmane Sembène. Die tragische Geschichte der titelgebenden jungen Frau aus Dakar, die als Dienstmädchen zu einer weißen Familie nach Frankreich kommt, erhielt zwar ein eher maues Presseecho im globalen Norden, Filmschaffende und Publikum beeindruckte der Film jedoch und bekam in Folge internationale Aufmerksamkeit.

Mbissine Thérèse Diop in DIE SCHWARZE AUS DAKAR (1966) © Criterion
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Reden wir miteinander!

Wie Interviews mit Filmschaffenden entstehen

Wer liest nicht gerne Interviews mit den großen Filmschaffenden der Welt? Mit Regisseur*innen, Drehbuchautor*innen, und am liebsten mit Schauspiel-Stars … so viel Glanz, so viel Glamour, so viel Klugheit, künstlerische Visionen und noch vieles mehr.

Pressekonferenz zum Film OH, CANADA bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2024
© Ariela Ortiz-Barrantes, Wikimedia Commons
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Nachruf: Diane Keaton wäre heute 80 Jahre alt geworden

Von Annie Hall bis Instagram: Zum Andenken an Diane Keaton – eine Hollywood-Ikone, die bis zuletzt ihren eigenen Weg ging.

Obwohl sie 1946 schon direkt in der Filmstadt Los Angeles geboren wurde, zog es Diane Keaton Mitte der 1960er Jahre zuerst nach New York. Am Broadway spielte sie 1969 die weibliche Hauptrolle im Bühnenstück „Play it Again, Sam“ und lernte dort Woody Allen kennen. Eine Begegnung, die prägender war als ihr Auftritt in Der Pate, durch den sie 1972 international bekannt wurde. Mit Allen drehte sie neben Der Schläfer (1973), Die letzte Nacht des Boris Gruschenko (1975) und Manhattan (1979) auch Der Stadtneurotiker – Annie Hall (1977).

Diane Keaton als Annie Hall in DER STADTNEUROTIKER (1977) © United Artists / MGM
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George Lucas und der steinige Weg zu KRIEG DER STERNE (STAR WARS)

Wie ein junger Filmemacher zwischen Regengüssen beim Dreh in der Wüste und eigenen Kommunikationsproblemen das Kino für immer veränderte.

Der junge Filmemacher George Lucas hat einen Traum. Einen Traum von einer gewaltigen Weltraumoper, die sich selbst an Stanley Kubricks Epos 2001: Odyssee im Weltraum (2001: A Space Odyssey, 1968) messen lassen kann. Nur actionreicher. Mit einem Abschluss der USC (University of Southern California) und einigen experimentellen Kurzfilmen in der Tasche, sucht Lucas auch den kommerziellen Erfolg. Doch bis Krieg der Sterne in die Kinos kommen sollte, sind noch einige Hürden zu überwinden.

Filmplakat des ersten STAR WARS-Films
© 20th Century Fox
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«Häufig wird vergessen, dass Flüchtende keineswegs nur Menschen aus weit entfernten Ländern sind.»

Regisseurin und Drehbuchautorin Sarah Neumann über ihren Debütfilm JENSEITS DER BLAUEN GRENZE (2025)

Was mich neben den bezaubernden jungen Hauptfiguren Hanna, Andreas und Jens und deren Geschichte einer Jugend, die ohne ihr Verschulden durch das DDR-Regime zerstört wird, an der Geschichte besonders reizt, ist, der Fluchtversuch auf dem offenen Meer. Das Thema Flucht ist aktuell wie nie. Häufig wird vergessen, dass Flüchtende keineswegs nur Menschen aus weit entfernten Ländern sind.

Andreas (Willi Geitmann) und Hanna (Lena Urzendowsky) versuchen, 50 Kilometer
in die Freiheit zu schwimmen. © SWR/Wood Water Films
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