Wes Craven, Kevin Williamson und die Geburt des modernen Horrors
Schon bevor es Scream gab, war das Horrorgenre gern selbstreflexiv und setzte seine eigenen Konsumenten als Hauptfiguren ein. In Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985) ist Genrefan Charlie Brewster der Einzige, der erkennt, dass der adrett-smarte Nachbar Jerry Dandridge ein Vampir ist, aus ähnlichem Holz sind die comic- und horrorbegeisterten Frog-Brüder in The Lost Boys (1987) geschnitzt.
Von der futuristischen Idee zur Kultserie – Star Trek als Spiegel seiner Zeit
Gene Roddenberry (1921-1991) revolutionierte mit seiner Science-Fiction-Serie Star Trek das Fernsehen und prägte ein kulturelles Phänomen, das bis heute Generationen begeistert. Seine Karriere startete er jedoch zunächst bei der Polizei von Los Angeles. 1956 trat Roddenberry dann aus dem Polizeidienst aus, um sich ganz einer Karriere als Fernsehautor zu widmen. Sieben Jahre später produzierte er seine erste eigene Serie The Lieutenant, die jedoch nach einer Staffel mit 29 Episoden eingestellt wurde.
Entwicklung der filmischen Darstellungen und Entstehung einer visuellen Typologie.
Die filmische Darstellung des Holocaust gehört seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu den zentralen Themen des internationalen Kinos. Spielfilme, die sich mit der Shoah befassen, übernehmen nicht allein die Funktion der Erinnerung, sondern prägen maßgeblich das kulturelle Gedächtnis. Durch ihre Bilderwelten konstruieren sie kollektive Vorstellungen davon, wie der Holocaust ausgesehen haben könnte und wie er erinnert werden soll. Dabei folgt die visuelle Codierung spezifischen ikonographischen Mustern, die sich seit 1945 stetig entwickelt, verändert und diversifiziert haben – hin zu einer «Ikonografie des Holocaust».
Zum 60. Geburtstag des legendären Sergio Leone-Films: Eine Reise an einen magischen Drehort im Norden von Spanien.
Was die Anzahl der Drehorte angeht, so ist Zwei glorreiche Halunken der komplexeste Western Sergio Leones, denn nach dem umwerfenden Erfolg des Vorgängers war die United Artists in die Finanzierung des Films eingestiegen, so dass nun an ganz verschiedenen Orten Spaniens gedreht werden konnte. Und Leone wusste dies auf eindrucksvolle Weise zu nutzen. Die Provinz Almería, das Umland von Madrid und die Provinz Burgos lieferten Drehorte, die Leone nahtlos zu einem visuellen Ganzen verwob. Quentin Tarantino hält das Werk schlichtweg für «die größte Leistung in der Filmgeschichte».
Der Friedhof Sad Hill (Zwei glorreiche Halunken, 2’38)
Es war in den 1990er-Jahren, als ich erstmal einem von Chaneys ‹Tausend Gesichtern› begegnete: auf einer Halloweenparty hatte sich jemand als ‹The Man in the Beaver Hat› verkleidet, originell schaurig wie ich fand. Was ich damals nicht wusste: Es ist das Kostüm, das Lon Chaney 1927 in dem Horrorfilm London after Midnight trug und ja, er war Hollywoods erster Filmvampir, vier Jahre bevor Dracula in die Kinos kam. Angeblich war sein Auftritt als Untoter in diesem Gruselkrimi so überzeugend schockierend, dass es Menschen in den Wahnsinn treiben konnte. Kein Scherz!
Lon Chaney präsentiert die Quelle seiner Verwandlungskunst, seinen unverzichtbaren Make-up-Koffer.
Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent Billy Wilder schuf Klassiker, die auch heute noch glänzen. Heute wäre er 120 Jahre alt geworden.
Ende der 1930er saß Ernst Lubitsch, damals der erfolgreichste Filmemacher in Hollywood, einem jungen Drehbuchautor gegenüber, der verzweifelt Arbeit suchte. Lubitsch wollte eine romantische Komödie drehen und fragte nach originellen Ideen. Der junge Autor beschrieb eine Szene im Kaufhaus: Ein Mann will eine Pyjama-Hose kaufen. Der Verkäufer sagt, dass Hose und Oberteil nur gemeinsam verkauft werden. Der Mann braucht aber das Oberteil nicht, und er hat nicht genug Geld für beides. Da kommt eine Frau hinzu und sagt, dass sie sich zusammentun sollten: Sie braucht nur das Oberteil. Lubitsch lachte. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und einer beispiellosen Hollywood-Karriere. Der Junge Drehbuchautor: Billy Wilder.
You can’t say Ken Loach without Klassenkampf. Und es grenzt an ein mittleres Wunder, dass zu Zeiten von Ken Loach auch ein gewisser Mike Leigh Filme machen sollte, aber dieser Text handelt von Ken Loach, beim Thema Klassenkampf vergaß ich dies kurz.
Die Filmbranche ist eine (Arbeits-)Welt für sich: unklare Ausbildungs- und Karrierewege, befristete Beschäftigungen, selten ein fester Arbeitsort, kaum öffentlich ausgeschriebene Jobs. Junge Filminteressierte finden es daher oft schwierig, einen Einstieg zu finden. Autor Bent Evers gibt hilfreiche Tipps.
Im Londoner Old Bailey beruft sich ein Angeklagter auf Visionen des Schauspielers Lon Chaney – und macht einen Kriminalfall zu einem ungewöhnlichen Kapitel der Filmgeschichte.
London 10. Januar 1929: An diesem Tag steht der Angeklagte Robert Williams wegen Mordes vor Gericht. Der 28-Jährige arbeitslose Zimmermann hatte am 23. Oktober des Vorjahres die Hausangestellte Julia Mangan getötet. Es besteht kein Zweifel an seiner Schuld, dennoch weist Williams die Verantwortung von sich und stellt eine groteske Behauptung auf, die diesen Fall weit über seine Zeit hinaus populär machen wird: Kurz bevor er der jungen Frau im Hyde Park mit einem Rasiermesser die Kehle durchschneidet, sieht Williams laut eigener Aussage in einer Vision «einen Mann an der Ecke, der Grimassen schnitt. Er drohte mir und schrie mich an, dass er mich da hätte, wo er mich haben wollte!» Dieser Mann ist für kaum jemanden im Gerichtssaal ein Unbekannter, im Gegenteil: Der Mann ist weltberühmt – es ist der Hollywoodstar Lon Chaney.
Der Karriereanfang verhieß nicht unbedingt ein gutes Ende. Seinen weltweiten Durchbruch feierte Robert Pattinson 2008 mit Twilight – Biss zum Morgengrauen – der Verfilmung des ersten Teils von Stephenie Meyers gleichnamiger, superfolgreicher Jugendbuchreihe. Twilight wurde ein gigantischer Hit, spielte bei einem Budget von 37 Millionen Dollar 408 Millionen ein und machte Pattinson nicht nur zum absoluten Superstar und feuchten Traum von unzähligen jungen Frauen, sondern dank einer vierjährigen Liebesbeziehung mit Twilight-Filmpartnerin Kristen Stewart ebenso zum Dauerthema der Boulevard-Medien.
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