FILMgeBlätter

Der Blog des Schüren Verlags über Kino, Medien, Filme und was sonst so betrachtet werden kann

Kategorie: Filmwissen (Seite 1 von 2)

Wien – eine Stadt als Filmkulisse

Unterwegs in einer Stadt voller Gegensätze

Wir setzen unsere Reise zu filmischen Schauplätzen fort – diesmal geht es nach Wien. Wien im Film, das sind einerseits nach wie vor seine historischen Sehenswürdigkeiten: Wenn Orson Welles in Der dritte Mann (1949) über den Josefsplatz huscht, Julie Delpy und Ethan Hawke in Before Sunrise (1995) den Maria-­Theresien-Platz bewundern, Viggo Mortensen und Michael Fassbender in Dunkle Begierde (2011) ihren Kaffee im Café Sperl trinken oder Tom Cruise in Mission: Impossible – Rogue Nation (2015) über die Staatsoper turnt, dann inszeniert sich Wien immer auch als Attraktion.

Andererseits erzählen Wien-Filme aber auch eine andere, weniger einladende Geschichte: von Dunkelheit und Schrecken, Ausgrenzung und Vertreibung. Von der kalten Peripherie, vom Alltag im Gemeindebau und den weniger schmucken Bahnhöfen, Parks und Plätzen. Von einem dieser dunken Filme erzählen wir im Folgenden.

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Christian Kaiser über sein Buch: Die lange Einstellung

Zur Aktualität eines Phänomens, zum Realismus Bazins und zur Mystik

Gerade ist das Buch von Christian Kaiser über Die lange Einstellung im Schüren Verlag erschienen.
Im Folgenden erzählt er, was ihn an dem Thema gefesselt hat, und welchen Gewinn man von der Lektüre hat:

Zu Beginn dieser Dekade, als die Arbeit an der Dissertation Die lange Einstellung – Dauer, Kontinuität und Mystik begonnen hatte, war die Lage noch eine andere gewesen: Zwar hatten Sokurow und Noé im Jahr 2002 jeweils (tatsächliche bzw. getrickste) Single-Take-Filme vorgelegt, aber es hatte sich noch nicht abgezeichnet, dass in den 10er Jahren mit Filmen wie La casa muda (2010), Silent House (2011), Mahi Va Gorbeh (2013), Ana Arabia (2013), Victoria (2015), Die Musik stirbt zuletzt (2018), Utøya 22. juli (2018) oder dem anstehenden 1917 (2019) die lange Einstellung immer häufiger extremste Ausformungen auch im Mainstreamfilm annehmen sollte; auch der zu Beginn und gegen Ende montierte „Birdman“ (2014) wäre in diesem Zusammenhang unbedingt noch zu nennen.

Ursprünglich war angedacht, verschiedene Stilmittel und Techniken, die immer wieder unter dem Label der Entschleunigung subsumiert werden, in den Blick zu nehmen: um aufzuzeigen, dass dieses Subsumieren den Blick für die teilweise doch ganz unterschiedlichen Wirkungen und Effekte der jeweiligen Mittel trübt. Der Umfang hätte jedoch den Rahmen gesprengt, sodass es bei der langen Einstellung blieb, was sich rückblickend gerade angesichts der jüngsten Karriere dieses Mittels auch im Mainstream-Bereich als richtige Entscheidung erwiesen hat.

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Corinna Harfouch wird 65

Geb. am 16. Oktober 1954

Corinna Harfouchs frühe Biografie ist für eine Bürgerin der damaligen DDR eigentlich gar nicht so ungewöhnlich. Denn die Lehrertochter steuerte nicht gerade auf dem direktesten Weg auf ihre offensichtliche Bestimmung zu. Geboren wurde sie im thüringischen Suhl und absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Lehre als Krankenschwester. Anschließend begann sie ein Studium als Textilingenieurin an der TU Dresden, das sie nach zwei Jahren im Alter von 24 und dem Entschluss, Schauspielerin zu werden, abbrach. Von 1978 bis 1981 studierte sie an der Ernst Busch-Schauspielschule in Ost-Berlin und wurde anschließend Meisterschülerin im dortigen Theater im Palast der Republik. Heiner Müller wurde auf den Nachwuchsstar aufmerksam, der sie 1982 für ein Gastspiel an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz für die Rolle der Lady Macbeth verpflichtete. Noch im selben Jahr wurde sie für das Berliner Ensemble engagiert, wo sie unter anderem das Gretchen im „Urfaust“ sowie die Polly in Brechts „Dreigroschenoper“ gab. Nach der Wende war sie im Deutschen Theater unter anderem in Goethes „Stella“ zu sehen und eroberte sich, erneut an der Volksbühne, den Platz als eines der wichtigsten Mitglieder im Team unter Intendant Frank Castorf, für den sie unter anderem mit ihrer Aufsehen erregenden Interpretation des Generals Harras in „Des Teufels General“ brillierte. Für ihre Leistungen auf der Bühne erhielt Corinna Harfouch sowohl vor als auch nach der Wende unzählige Preise und wurde 1997 von den Kritikern der Zeitschrift „Theater heute“ zur Schauspielerin des Jahres gekürt.

Corinna Horfouch in: Der große Bagarozy (1999)
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Was ist Film? Was ist Kino?

Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn

Die Frage Was ist Film? Was ist Kino? kann kaum ein anderer so gut beantworten wie Edgar Reitz. Reitz hat seinen ersten Kurzfilm 1954 gedreht, seinen vorläufig letzten Film 2013. Er ist einer der bekanntesten und geachtesten deutschen Filmemacher. In der langen Zeit seines Schaffens haben sich die technischen, ästhetischen und sozialen Bedingungen des Filme-Machens und Filme-Sehens grundlegend geändert. Maßgeblich am Aufbruch in den 60er Jahren beteiligt, erlebte er, wie in den 70er Jahren die Möglichkeiten für kreative Filmemacher im Kino verloren gingen. Aus dieser Krise befreite er sich, in dem er mit seinem Heimat-Epos, fürs Fernsehen produziert, neue Formen seriellen Erzählens entwickelte. Eine große Werkschau bot Anfang dieses Jahres in Nürnberg die Gelegenheit, die Filme von Edgar Reitz zu erleben und (wieder) zu entdecken. Sie wurde mit Diskussionen und Vorträgen begleitet. Aus dieser Werkschau ist ein Buch hervorgegangen. Es leistet einen kompletten Überblick über das filmische Werk von Edgar Reitz, mit Produktionsangaben und bebilderten Kurzbeschreibungen, ergänzt durch Einführungen, die die Zeitumstände des Werks, aber auch das Gültige, das den Jahren standgehalten hat, hervorheben.
Wir zitieren im folgenden aus der Einleitung des Buches.

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Vom «Seattle Grace» ins «Bada Bing»

Unsere Lust an der Serie

Und welche Serie schaust du? The Wire, Die Sopranos, AllyMc Beal, Mad Men, Emergency Room oder doch am liebsten Lost?» Immer häufiger ist das Gespräch über die eigenen Serienlieblinge Thema auch ernsthafter Gespräche auf Gesellschaften oder unter Freunden. Das liegt daran, dass die Qualitätsserien – in der Regel amerikanischer Herkunft – anders als die bisher im Fernsehen übliche anspruchslose Familienunterhaltung intelligente Handlungsstränge mit ironischen Bezügen und überraschenden Wendungen koppeln und so die Fantasie des Zuschauers im höchsten Maße beanspruchen. Wie vielschichtig z. B. die Serie Die Sopranos aufgebaut ist, zeigt folgender Auszug aus einem Beitrag von Rainer Winter dem Buch «Serielle Formen».

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Die Kunst des Storyboarding

Der Film zwischen Drehbuch und Kamera

Am Anfang vieler großer Filme steht das Storyboard. Ohne dieses würden Filme wie Hitchcocks The Birds (1963) nicht die sein, die das Publikum im Kino zu sehen bekommt. Sie visualisieren Filmszenen noch bevor diese gedreht werden und sind die Schnittstelle zwischen Drehbuch und Kamera. In «Storyboarding – Filmisches Entwerfen» zeigen die Autoren anschaulich, wie Storyboard-Zeichner Drehbücher von Hitchcock oder Walt Disney grafisch zum Leben erwecken.

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Spiel ist Spiel und Film ist Film

Videoästhetik und die Schwierigkeit ihrer filmischen Adaption

Videospiele haben schon lange nicht mehr den schlechten Ruf, den sie vor einigen Jahren noch hatten. Hieß es – insbesondere nach einigen erschreckenden Amokläufen – blutrünstige Computerspiele würden die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erhöhen, geht man heute davon aus, dass sie die Konzentration und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, steigern. Schon bald wurden populäre Videospiele auch verfilmt, konnten aber nur selten Erfolge verzeichnen.

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Steven Spielberg: die Magie des Kinos

Vom Wissenwollen und Träumendürfen

Steven Spielberg. Dieser Name steht für große Blockbuster und Gänsehaut-Momente. Seit rund 40 Jahren dreht er Filme. Der weiße Hai war sein großer Durchbruch. Bald galt er als «Wunderkind» der Filmindustrie. Auf den weißen Hai folgten weitere Publikumserfolge wie Jurassic Park, oder die Indiana Jones-Reihe, die er zusammen mit seinem langjährigen Freund George Lucas drehte. Am 18 Dezember dieses Jahres wird Steven Spielberg 70 Jahre alt. Aus dem Buch von Georg Seeßlen über Steven Spielberg und seine Filme zitieren wir im folgenden aus dem Abschnitt über Big Friendly Giant.

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Ein deutscher Blick auf die Anderen

Türkisch für Anfänger von Bora Dağtekin

Alle staunten über den phänomenalen Erfolg von Fack ju Göhte, ein Film, der die sozialen Brennpunkte unserer Gesellschaft– Prekariat, Migrationshintergrund, Kleinkriminalität – launig auf die Schippe nimmt. Regie führte bei diesem Film Bora Dağtekin, der schon Türkisch für Anfänger zu einem Erfolg machte. Anders als bei den Komödien, die sich heiter der Integration von Italienern (Solino) oder Griechen widmen, kommt hier das Thema der Religion hinzu, das die fröhliche Multikulti-Integration zu einem heiklen Thema machen könnte. Was sagen Film und Serie über unseren Umgang mit fremden religiösen Kulturen aus?

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Geh, der Herr Hader!

Gewitzt – nicht nur im Kabarett

Josef Hader ist populär, sehr sogar. Mit seinen Programmen (Privat, Hader spielt Hader) füllt er überall im Land die Säle. Doch auch als Schauspieler und Filmemacher hat er seinen ganz eigenen Charakter entwickelt, und verleiht unterschiedlichen Typen – etwa Stefan Zweig in Vor der Morgenröte oder dem Detektiv Brenner in den Wolf-Haas Verfilmungen einen unverwechselbaren Stil.

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